Türen, Zargen und Fußleisten lackieren in maximaler Geschwindigkeit

 

Der Schock, wenn es heißt dass alle Türen, Zargen und Fußleisten gestrichen werden müssen, sitzt meistens tief. Dabei ist die Sache halb so wild, denn diese Lackarbeiten sind wirklich schnell erledigt. Umständliches Aushängen und Aufbocken der Türen, Abschleifen mit einer Schleifmaschine und Vorstreichen ist nicht nötig. Solche zeit- und dreckintensiven Mühen lohnen nur wenn Sie sichergehen wollen, dass der Anstrich die nächsten zwanzig Jahre hält. Nach der hier beschriebenen Methode hält der Anstrich je nach Qualität des Untergrunds drei bis sechs Jahre. Das langt für ihre Zwecke. Rechnen Sie mal so mal so mit ca. zwei Sunden pro Tür und erledigen Sie diese Arbeiten möglichst bei Tageslicht.

Wichtig: Prüfen Sie vorab, ob die zu lackierenden Türen, Zargen und Fußleisten grobe Schäden wie großflächige Lackabplatzungen oder Löcher aufweisen. Ist das der Fall, ist das ärgerlich, denn jetzt benötigen Sie mehr Zeit, da solche Schäden nur mit Spachtemasse behoben werden können und Spachtelmasse, je nach Umfang des Einsatzes, bis zu 12 Stunden zum durchtrocknen braucht. Berücksichtigen Sie diese Zeit bei Ihrem Zeitmanagement.

 

 

 

 

Benötigtes Material

Für das schnelle Lackieren von Türen, Zargen und Fußleisten (in Zukunft TZF) benötigen Sie folgendes Material:

1. Alkydharzlack in der gewünschten Farbe (beim Auszug also in der Regel weiß. Wir empfehlen den Farbton weiß-hochglänzend, der bei einer Wohnungsübergabe mehr Eindruck macht als z.B. weiß-matt). Bei der Wahl des Lackes nicht versuchen zu sparen, sondern den besten kaufen, also lieber 2-3 Euro mehr pro Dose ausgeben. Der teurere Lack lässt sich wesentlich besser verstreichen, es bilden sich keine sogenannten "Nasen" und er hat eine höhere Deckkraft, was Zeit und Nerven schont.

Alkydharzlack ist hochgradig deckend und es genügt ein gründlicher Anstrich. Vorstreichen ist nicht nötig. Achten Sie also darauf wirklich nur Alkydharzlack zu kaufen und nicht etwa Acrylharzlackl! Eine 750ml-Dose Alkydharzlack reicht für ca. 2 durchschnittlich große Türen. Wenn Sie nicht genau einschätzen können, wie viel Lack Sie benötigen, dann kaufen sie lieber zwei Lackdosen als Reserve ein, denn kaum etwas ist schlimmer als eine Zwangspause unter Zeitdruck. Die zuviel gekauften Dosen können nach Ende der Arbeiten im Baumarkt umgetauscht werden. Das gilt natürlich für alle Arbeitsutensielen, die nicht benutzt und noch original verpackt sind, also auf jeden Fall den Kassenbeleg gut aufbewahren!)

2. zwei vierteilige Lackier-Pinselsets mit Lackpinseln in verschiedenen Größen. Eigentlich brauchen Sie nur eins, aber ein zweites Set ist sollte in Reserve sein. Möglichst billige Sets, da die Pinsel am Ende eines Tages weggeworfen können. Spart mühsames Verdünnen der Pinsel mit Lösungsmittel. Wenn Sie die Pinsel wiederverwenden wollen, dann auf jeden Fall teurere kaufen.

3. ein Set Schaumstoffwalzen mit Bügel und Lackwanne für jeden Tag Arbeit (siehe oben)

4. 500g Anlauger (Pulver)

5. breites Abklebeband

6. jede Menge Zeitungspapier oder großflächige dünne Pappe

7. Terpentinersatz

8. ein wenig Spülmittel

9. einen Schwamm oder Lappen

10. einen großen Eimer (10 Liter)

11. Malerklamotten (also Kleidung, die Farbspritzer abbekommen darf)

12. einen Schraubenzieher (zum Abschrauben der Türklinken)

 

Nur wenn der zu streichende Grund größere Lackabplatzungen oder Löcher hat:

10. eine 400g-Tube Holz-Feinspachtelmasse.

11. zwei bis drei Blätter feines Schleifpapier.

 

Loslegen

 

1.Räumen Sie das Umfeld der Tür, Zargen und/oder Fußleisten (TZF) großräumig frei und säubern Sie es gründlich. Am besten gleich den ganzen Raum freimachen und säubern. Wenn Sie noch andere Sachen wie Tapetenentfernen erledigen müssen, dann erledigen Sie diese unbedingt vorher. Ein sauberes Umfeld ist für Lackarbeiten unverzichtbar. Nichts ist nerviger als festzustellen dass Staubfussel oder kleine Tapetenreste im Lack kleben.

 

2. Schrauben Sie die Türgriffe und Beschläge ab und bewahren Sie diese sorgfältig inkl. aller Schrauben in dem Raum auf, in dem Sie lackieren. Wenn beim arbeiten durch einen dummen Zufall die Tür ins Schloss fällt, haben Sie so die Möglichkeit die Türklinke wieder anzubringen und die Tür zu öffnen.

 

3. Füllen Sie den Eimer zur Hälfte mit Wasser und fügen Spülmittel hinzu. Jetzt mit Schwamm oder Lappen die TZF sehr gründlich abwaschen.

 

4. Prüfen Sie die TZF auf Lackabplatzungen und auf Löcher oder Holzschäden. Werden Sie fündig, dann geht es weiter mit Punkt 5-7. Wenn nicht, springen Sie zu Punkt 8.

 

5. Nehmen Sie die Tube Holz-Feinspachtelmasse und tragen Sie diese auf die entsprechenden Stellen auf bis die Lücken und Löcher geschlossen sind und die Fläche wieder einigermaßen gleichmäßig ist (der Feinschliff folgt später). Mit Holzspachtelmasse können Sie sogar großflächige Lackabplatzungen wieder ausgleichen.

Lassen Sie die Spachtelmasse komplett durchbrochen, auch wenn sich dadurch ein Problem ergibt: das Ausbessern mit Spachtelmasse führt zur einer zeitlichen Verzögerung von ca. 12 Stunden, da sie diese Zeit zum durchtränken benötigt und Sie nur auf durchgetrocknetter Masse weiterarbeiten können.

 

6. Ist die Spachtelmasse gut durchgetrocknet, nehmen Sie ein Blatt feines Schleifpapier und schleifen die gespachtelten Stellen noch einmal richtig glatt, so dass alle Unebenheiten beseitigt sind.

 

7. Wiederholen Sie im Anschluss Schritt 3. Machen Sie also noch mal gründlich sauber.

 

TIPP: wenn Sie feststellen, da Sie an vielen Stellen Spachtelmasse auftragen müssen, dann richten Sie es so ein, da sie einem Tag die TZ reinigen und den Spachtel auftragen und erst am Tag darauf mit Punkt 8. weitermachen.

 

8. Den gesäuberten Eimer wieder zur Hälfte mit warmen bis heißen Wasser füllen und das Anlaug-Pulver einzuschütten. Schauen Sie dabei auf die Dosieranleitung auf der Packung und überschreiten die vorgeschlagene Dosis um ca. 1/3, denn eine etwas stärkere Anlaugermischung ist von Vorteil. Der Analoger rauht die Oberfläche der TZF an und macht bereitet so einen Untergrund vor, auf dem der Lack haften kann.

 

9. Schutzhandschuhe anziehen (der Anlauger ist hautreizend) und mit dem Schwamm den Anlauger satt auf die TZF auftragen. Ein Schwamm ist hier besser als ein Lappen, da sich durch ihn Schaum bildet der besser an den "haftet" als Wasser und dadurch besser einwirkt.

 

10. Den Anlauger 30 Minuten einwirken lassen.

 

11. Die die TZ gründlich mit klaren Wasser abwischen und gut abtrocknen.

 

12. Den Boden unter den TZ großzügig mit Zeitungspapier oder ähnlichen Abkleben, damit er keine Lackspritzer abbekommt. Bei Türen mit Fenstern auch diese sorgfältig an den Rändern Abkleben. Den Boden unter den Fußleisten kleben Sie am besten auf die Kante genau mit breiten Klebeband ab, welches Sie an der Leiste entlang kleben.

13. Eine Lackdose öffnen, eine Schaumstoffwalze auf den dazugehörigen Bügel stecken und damit den Lack gründlich auf die TZK auftragen. Bei den Fußleisten den Lack jeweils mit einem Strich in jede Richtung auftragen. Genau so verfahren Sie bei den Zargen indem Sie de Lack mit der Schaumstoffwalze jeweils mit einem Strich nach oben und unten auftragen. Bei den Türen tragen Sie den Lack mit einem vertikalen und darauf eine horizontalen Strich auf. Nachdem Sie den Lack mit dieser sogenannten Kreuztechnink aufgetragen haben und ehe der Lack eine Chance hat anzutrocknen, nehmen Sie einen mit etwas Lack befeuchteten Lackpinsel und streichen über den Anstrich der Schaumstoffwalze in eine Richtung rüber und das der Länge nach. So wird der Lack gleichmäßig und ohne "tropfende Nasen" verteilt und Sie bekommen eine glatte Oberfläche.

 

TIPP: Sind versehentlich Lackspritzer auf dem Boden gelandet, dann keinesfalls versuchen diese sofort wegzuwischen. Damit machen Sie die Sache nur noch schlimmer. Lassen Sie Lackspritzer wie den Lack auf den Türen ausgiebig austrocknen und entfernen Sie ihn dann mit einem Spachtel. Das, was dann noch vom Lackspritzer übrigbleibt, können Sie ganz leicht mit Terpentinersatz abwischen.

 

14. Nehmen Sie einen kleinen Pinsel und bessern Sie damit die Stellen aus, die noch keinen Lack abbekommen haben. Das dürften jedoch nicht so viele sein, da die beschriebene Methode in der Regel dafür sorgt, dass schon alles lackiert ist. Sind die zu streichenden TK jedoch mit Ornamenten o.ä. verziert, müssen diese natürlich nochmal mit einem kleinen Pinsel lackiert werden, da eine Schaumstoffwalze nicht an solche Stellen ankommt.

 

15. Den Lack ca. 12 Stunden durchtrocknen lassen.

 

16. Erst wenn der Lack komplett durchgetrocknet ist, die Türklinken und die Beschläge wieder anschrauben.

 

17. Die Zeitungen und das Klebeband entfernen...

...fertig

 

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